Amiga 4000 D kompletter Neuaufbau



Zum ersten mal wird hier, in Verbindung mit dem Internet Forum a1k ein kompletter Neuaufbau eines Amiga 4000 Desktop beschrieben und dokumentiert.

Nach eine Aufräumaktion in meinem Keller fiel mir ein Amiga 4000 D Board in die Hand, was alle bekannten Probleme dieser Baureihe auswies. Vom ausgelaufenen Akku, ausgelaufenen Elelktrolytkondensatoren, leichte Feutigkeitsschäden und diversen weiteren Krankheiten des Boards habe ich mir das Ziel gesetzt, dieses Board wieder zum Leben zu erwecken. Zur Vervollständigung eines solchen Projektes wird parallel dazu auch gleich ein völlig demoliertes Amiga 4000 Desktop Gehäuse wieder zum leben erweckt. Ein einzigartiges und sehr aufwendiges Projekt liegt vor uns. Nix desto trotz wollen wir uns diesem Problem jetzt widmen.

Phase 1: Reparatur des Amiga 4000 D Boards

Leider habe ich von der Reparatur meines A4000 D Boards nicht so viele Fotos gemacht, weil, zugegeben, zu diesem Zeitpunkt noch nicht das ganze Ausmaß des Projektes erkennbar war und zum anderen auch nicht abzusehen war, das es ein so reges Interesse an diesem Thema gibt. Also etwas mehr Theorie:
Als Kinderkrankheiten des Amiga 4000 D Baords, vor allem bei der B Version, sind Probleme mit ausgelaufenem Akku und die dadurch entstandenen Schäden. Nicht genug, auch wurde damals bei der Fertigung eine Reihe von Kondensatoren verwendet, welche sehr gerne zum Auslaufen neigen und durch Ihr Elektrolyt genauso schwere Fehler verursachen wie ein Akku.

Hilfe

Hier das Problem mit den Elkos im Audio Bereich. Da hier normale Elektrolyt Kondensatoren verwendet worden sind, welche mit den Spannungen, bzw. den Minusspannungen am Audio Ausgang nicht so gut klarkommen, passiert es mit den Jahren das diese auslaufen. So wie auch auf diesem Bild gut zu sehen. Normalerweise sollten die Lötkontakte am Kondensator schön silbern glänzen. Tun sie es nicht, sind matt oder schon gar grünlich, wird es Zeit diese zu wechseln. Das Elektrolyt in diesen Kondensatoren ist hoch ätzend und zerfrisst die Platine das Amiga mit der Zeit! Dann gibt es kein Zurück mehr und der Rechner ist platt!

Gefährlich!
Hier nochmals dem Übeltäter auf der Spur. Besonders die Kondensatoren vom Typ 22 uF sind sehr zum auslaufen neigend. Das ist leider nicht ganz so gut zu erkennen, aber es sind die beiden oben links nebeneinander auf dem Bild! Kostenpunkt für neue: keine 20 Cent! Folgend wenn man sie nicht wechselt: Erst gibt es kein Ton mehr, und dann irgendwann geht nichts mehr!

So einen Elko zu wechseln ist vom Prinzip gar nicht schwer, aber man benötigt Ruhe und Geduld dafür. Wenn es so wie hier zu einem ausgelaufenen Elko kommt, dann sind die Leiterbahnen darunter und in der Nähe oft nicht mehr die besten! Wenn man also jetzt diesen Elko auslötet bitte ganz vorsichtig, sonst hängt die Leiterbahn nämlich gleich mit am Kondensator wenn dieser dann ab ist. Das ist dann nämlich nicht so schön. Sowas ist zwar mit ein wenig lakiertem Kopferdraht wieder zu reparieren, aber erhöht natürlich auch gleichzeitig die Anfälligkeit für weitere Fehler in der Zukunft. Also, mit Ruhe bitte an die Sache gehen und nicht schnell, schnell machen!

Die Folgen eines Akkus....
Dieses Bild zeigt uns ganz eindrucksvoll die Folgen eines ausgelaufenen Akkus, der, wie sich in unserem Fall, auch schon ein paar Jahre zu schaffen machen konnte. Das Board ist hier schon gereinigt und alle betroffenen Bauteile sind schon ausgelötet worden. Trotz allem ist das Ausmaß des Schadens wohl sehr gut erkennbar. Besonders auch deswegen, weil nicht nur der RealTimeClock (kurz: RTC) Bereich betroffen war, sondern sich der Akku auch schon an den Sockeln für das RAM zu schaffen gemacht hat. Das ist dann nicht nur sehr ärgerlich, sondern jetzt auch sehr Arbeitsintensiv dieses wieder zu rekonstruieren. Wie man sehen kann sind auch einige Leiterbahnen angegriffen, auch sind einige Lötpads von ICs leider soweit zerstört gewesen, das diese schlichtweg einfach weg sind!

Neuer Ton!
Hier jetzt der vorhin gezeigte Audiobereich nach einer vernünftigen Reinigeung mit Essigwasser und einem Platinenreiniger. Die neuen Kondensatoren sind auch schon eingesetzt. Wie schon bereits vorhin erwähnt, sind auch hier die Leiterbahnen so stark angegriffen gewesen, das diese sich vom Kondensator einfach nicht mehr trennen wollten und komplett sich abgelöst haben. Die Stellen wurden dann ab dem nächsten VIA komplett neu verdrahtet mit lakiertem Kupferdraht. Glücklicherweise sind diese VIA nicht soweit weg gewesen, so das die meisten neuen Brücken unter dem Kondensator liegen und damit so kaum Sichtbar werden.

Folgen des Akkus
So, hier jetzt die Bereich um den Akku rum, wie auf den Bildern zu sehen, es ist im Moment auch noch kein Schutzlack für die Kupferbahnen drauf, der sogenannte Stopplack. Sollte ja auch erstmal zu testen sein! Die beiden IC mit der Aufschrift 74HCT166 waren durch den Akku Schaden auch defekt und mussten erneuert werden. Ebenso ist das Widerstandsnetzwerk defekt gewesen, auch neu! Die zerstörten Lötpads sind erneuert worden, und dazu sind dann auch gleich neue PS/2 Sockel eingesetzt worden. Hier in der stehenden Version mit Metallklammern, damit ist der untere Zorro Steckplatz nicht mehr ganz nutzbar, aber was solls, dafür brechen die Haltelaschen nicht mehr ab. Mit einem normalen Lötkolben ist das löten von SMD garnicht so einfach! Nur für die, welche gerade denken "Uiii!"!
Außerdem ist eine Rekonstruktion von verschwundenen Lötpads und Leiterbahnen ebenfalls kein Zuckerschlecken!

Der Funktionstest belegt es, das Board funktioniert wieder wie am ersten Tag! Alles wieder in Ordnung, die Reparatur war also ein voller Erfolg. Das Board ist wieder unter den lebenden und da wird es auch noch lange seinen Dienst erweisen. Aber ein nacktes Board eines Amiga braucht ein ein neues zu Hause. Schließlich solls so nicht bleiben. Fast schon Standesgemäß viel mir ein passendes Gehäuse eines Amiga 4000 D in die Hand, welches ebenfalls wieder zu Leben erweckt werden will!

Ende Phase 1


Beginn Phase 2

Ein neues Haus für den A4000! Naja, neu ist wohl wirklich was anderes! Bevor ich auch nur einen Satz weiter schreibe, hier einfach die Bilder:
Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Irgendwie entsteht der Eindruck, das Gehäuse war schon auf der Titanic! ;-) !
Wohl mehr als deutlich sind die Schäden zu erkennen, Rost soweit das Auge reicht! Wirklich kein schöner Anblick! Und unvollständig außerdem. Laufwerksbrücke, Daughterboardhalter und Kartenhalter sind weg und müssen neu gemacht werden. Ein langer Weg liegt vor uns welcher jetzt einmal eingeschlagen, auch zu Ende gegangen wird!

Das Gehäuse muss wohl, das wird das absolut sinnvollste sein, komplett neu gemacht werden, das heißt strahlen, grundieren, lackieren und hoffen das es was wird. Also auf zu nächsten Sandstrahlbox:

Nu is et sauber!

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

Der Schaden selber

So, das Gehäuse ist nun schon mal komplett gestrahlt worden und sieht im Moment echt wirklich wieder gut aus. Glücklicherweise ist der Schaden durch den Rost nur sehr oberflächlich gewesen, sodas noch keine Spuren von Lochfraß oder der Durchrostung zu sehen sind. Das erspart mir das spachteln des Gehäuses! Nun ab schnell wieder Farbe drauf, damit es so schön bleibt:

Nu is et sauber!

Der Schaden selber

Der Schaden selber

So, schön alles Grundiert und damit sieht das Gehäuse schon mal wieder nach einem Gehäuse aus. Jetzt kann bald die Lackierung beginnen, sobald ich mir im klaren bin wie es denn werden soll!

Fortsetzung folgt!