GB A 1000


Der GB A 1000 ist ein ganz besonderer Computer. Er ist ein Ersatzboard für den Amiga 1000 und bringt in Leistungsmäßig an seine maximale Grenzen, schon fast auf Amiga 3000 Niveau! Aber doch erstmal ein wenig zur Geschichte:

Georg Braun, ein Hobby Entwickler, hatte die Idee, die Leistungen seines Phoenix Boards und seiner von Ihm entworfenen Erweiterungen zu kombinieren, er fing also ein sehr großartiges Projekt an, und entwickelte ein komplettes Ersatzboard für den Amiga, welcher aber einige sehr interessante Dinge gleich hinzufügte:

Doch erstmal machte dieses Board im a1k.org Forum eine sehr großen Eindruck, wie es dort vorgestellt wurde (Link). Die Glückwünsche zu diesem Meisterwerk waren genauso laut, wie der Wunsch viele solch ein Board selber mal zu besitzen. Nach einiger Zeit war es dann soweit, ein Amerikanischer Amiga User machte eine Sammelbestellung für die leeren Boards. Nach einigen Wochen des Wartens waren diese dann nun endlich auch in Deutschland bei Ihren "Kunden" angekommen.

Natürlich ist das ganze ein Selbstbau Projekt geworden. Nur das nackte Board wurde geliefert, unbestückt und keine Teile. Tja, was bleibt einem da anderes über, also sich darum selber zu kümmern, nachdem versucht worden ist eine Bestückung professionell zu machen, sich jedoch kein Unternehmen gefunden hat, welches dieses ein einem reellen Preisniveau machen konnte. Als erstes kam der wohl schwierigste Part, nämlich den Versuch die Bauteile alle zu bekommen. Auf Grund der Tatsache, das das Board zwar neu gefertigt worden ist, die verwendeten Teile jedoch aus einer Ära um 1990 rum lagen, galt es nun zu versuchen die benötigten Teile zu bekommen. Nach Monatelangem suchen und forschen im Internet ist es uns (den Erbauern bei a1k.org) über Sammelbestellungen die benötigten Teile zu bekommen. Interessant waren die Möglichkeiten, welche sich daraus mit der Zeit ergeben haben, zum Beispiel Kontakte zu Chip Brokern auf der ganzen Welt, die auch für zukünftige Teile und Projekte noch dienlich waren.

Nach dem dann nun endlich alle Teile da waren, konnte es losgehen:

Hier mal das nackte Board:


Unterseite


Oberseite

 

Das löten des Boards selber habe ich mit Bilder nicht weiter dokumentiert, aber hier sind mal ein paar Bilder vom fertigen Board: Wie sollte es anders sein, natürlich funktionierte es nicht gleich von Anfang an. Erstes Einschalten: schwarzes Bild, nix passiert, aber wenigstens brennt auch nix ab. Schon mal ein kleiner Teilerfolg. CapsLock funktionierte, also konnte es nix gravierendes sein. Nach ein wenig suchen hatte ich den 28 MHz Quarz in Verdacht, weil dieser von einem uralten Amiga 500 stammte. Also gegen einen anderen getauscht, und schon lief das Board wenigstens erstmal. Aber eben noch nicht so richtig....der Speicher machte noch Probleme, konnte nicht komplett gefüllt werden, sondern stürzte immer ab, und die Kiste lief nicht länger als 10 Minuten bevor sie sich auch aufhing, dann aber so gravierend, das nur noch ein Ein/Aus Schalten was brachte. SoftReset keine Chance mehr. Nach ein wenig Forschen, merkte ich, das sämtlich Quarz angesteuerten Chips extrem heiß geworden sind. Ob es an dem 48MHz Quarz lag? Vermutlich ja, ich habe diesen gegen einen 50 MHz Quarz getauscht, und damit lief der Rechner erstmal weitestgehend stabil. Wie ich nachher gelesen habe, lag es an dem Quarz, das Board braucht einen Quarz mit einem Tastverhältnis von 50/50, welches die 48 MHz Quarze wohl nicht hatten. Aber da blieb immer noch das Problem mit dem Speicher, auch hier half nur mit einem Speichertest Programm Bank für Bank testen. Schon nach wenigen Stunden war klar, das zwei Bänke Probleme hatten. Bei einem Chip war es eine nicht so gelungene Lötstelle, bei der anderen Bank hingegen war es ein defekter Chip. Neuen eingelötet, und siehe funktioniert! Damit hatte ich endlich meinen GBA 1000 soweit am laufen, das man damit schon was machen konnte.

Anbei habe ich nun mal für euch ein paar Bilder von meinem GBA1000 gemacht:


GBA Picasso II

Natürlich bot der GBA 1000 ja noch ein paar mehr Asse im Ärmel. Sowie den Zorro II Slot, welcher auch noch auf dem Board war. Aber dieser ist für normale Steckkarten eigentlich nicht nutzbar, weil diese nun wirklich nicht ansatzweise in das Gehäuse passen. Auch hier hat Georg Braun schon gleich das passende zur Hand gehabt. Eine selbstentworfene Grafikkarte, welche vollkommen (technisch!) identisch ist der von Village Tronic entwickelten Picasso II. Auch diese Grafikkarte war mal wieder nur über eine Sammelbestellung abgewickelt worden, und auch hier musste die ganze Karte wieder mal selber von Hand gelötet werden. Die Teile, vor allem der Grafikchip mussten natürlich mal wieder im Ausland besorgt werden, was aber kein großes Problem darstellte.

Auch hier mal wieder ein paar Bilder dazu:

Es gibt auch dazu eein Video für den wen es Interessiert:

Link zu YouTube

Technische Details:
Modell:GB A 1000
Revision:Rev.: 01
CPU:MC68030 50 MHz
FPU:MC68882 50 MHz
Kickstart:3.1
Chipset:ECS
ChipRAM:2048 kByte
FastRAM:8 MByte
Erweiterungen:GBA Picasso II 2 MB
Laufwerke:internes 3,5" 880 kByte Laufwerk
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